... vor 3 Monaten niedergeschrieben und doch trifft der Artikel noch recht genau den Zustand, in dem ich mich befinde.
Dinge sind passiert, Dinge haben sich geändert - und doch auch wieder nicht.
Rationalität bestimmt meinen Gefühlshaushalt - ein Widerspruch in sich? Nicht wirklich.
Meine Mauer ist hoch und meine Mauer ist dick. Möglichkeiten hätte ich sicher gehabt. Hat die Vernunft die Gefühle in weiser Vorausicht negiert oder wären sie auch so nie erschienen. Das ist im
Moment die eigentliche Frage die sich mir stellt.
Wäre es möglich gewesen mich in meinen Urlaubsflirt zu verlieben, dass sogar mehr entstanden wäre, hätte ich mich unvoreingenommen darauf eingelassen? Aber ich wollte es nicht. Das Wissen um eine
Verflossene, der noch nachgetrauert wird, genügte um jegliche tiefere Gefühl denn Zuneigung aufkommen zu lassen.
Erotik & Zuneigung und ein enormes Gewöhnungspotenzial - aber mehr nicht.
Dabei bin ich von der Person an sich begeistert. Dabei gab es Momente, die ich in meinem Leben nie vergessen werde.
Hätte ich mich verlieben können, hätte ich es zulassen wollen.
Die Angst vor Verletzungen ist so gross, dass ich selbst an meine Gefühle nicht mehr reiche.
So bekam ich Bestätigung, hatte eine wunderbare Zeit, lachte viel und hatte Spass - doch erkenne ich eine Gefühlsarmut in mir, die mir selbst Angst macht.
Mache ich mir wirklich so viele Gedanken, weil die Zeit diese Gedanken heraufbeschwört, weil die Geschehnisse die Thematik immer wieder herausfordern oder weil
ich sie mir machen will und diese Gedanken zu mir gehören?
Bin ich in einem Alter, da ich gezwungen bin, darüber nachzudenken, weil es sonst irgendwann zu spät ist? Oder mache ich sie mir gerade wieder vermehrt, weil ich
im Grunde inzwischen absolut isoliert von der sozialen Wirklichkeit und der Interaktion von Menschen lebe, in den letzten Monaten aber doch wieder ab und an daran teilgenommen habe.
Ganz nach dem Motto, man kann nicht geliebt werden, wenn man sich selbst nicht liebt, habe ich dieses Thema aus meinem Leben verbannt. Ich bin weder physisch
noch psychisch mit mir zufrieden. Ich bin der Liebe nicht würdig im Moment. War ich es je? Mitunter vielleicht, aber das scheint lange her zu sein. Nichtsdestotrotz sehne ich mich wieder danach.
Sehne mich nach Romantik, die ich gar zu selten und meist mit schmerzhaftem Ausgang erleben durfte. Sehne mich nach Berührungen, die kaum wirklich sind.
Ich zähre von Momenten der Nähe. Nähe die alkoholisiert entstand und zu Menschen, zu Männern von denen ich nichts zu befürchten habe. Männer bei denen ich mir
gewiss sein kann, dass nichts nach kommt, dass jegliche Berührung – wenn überhaupt wahrgenommen – platonisch und unbedeutend für sie ist. Ein anlehnen in der Bar, ein Einhaken auf der Straße,
eine Umarmung zum Abschied. Ja ich genieße diese Augenblicke, die im Grunde nichts bedeuten, Kleinigkeiten die aber Erinnerungen heraufbeschwören und ihnen neue Kraft verleihen.
Verdränge ich das Schmerzhafte der letzten Jahre, so habe ich wirkliche Romantik erfahren dürfen. Wie aus einem kitschigen Film. Und auch wenn meine Gegenüber in
diesen Szenen den Schauspielern in ebengenannten Filmen wohl ähnlicher waren, als ich es wünschte, sie vielleicht vieles nur gespielt haben - so durfte ich es fühlen. Auch wenn es gerade diese
Augenblicke waren, die mir im Nachhinein das Herz herausrissen, waren es doch auch die schönsten, knisterndsten, spannendsten überhaupt.
Ich verteufle mitunter den ein oder anderen Mann. Ich verteufle jedoch nicht das Gefühl. Und ich leugne es nicht. Ich habe geliebt, mich vielleicht im Mann
geirrt, aber ich habe geliebt.
Und jetzt gerade ist die Erinnerung wieder präsent, die Erinnerung an Augenblicke und Ewigkeiten, die Sehnsucht danach zu fühlen.
Nach der Arbeit bin ich meist so müde und habe über den Tag so viel schreiben müssen, dass meine Motivation noch etwas anders zu machen gegen Null geht.
Manchmal spiele ich noch ein Stündchen oder setze mich vor den Fernseher.
Gerade ist es ja wieder eine Doppelbelastung - Praktikum und Uni.
Ich bleibe auch eiskalt nur bis zum offiziellen Büroschluss und schleime mich nicht durch Überstunden bei der Firma ein. Warum nicht? Ganz einfach weil ich 9h am Tag dort sein muss, wenn ich Uni
habe sind es dann 4h an zwei tagen die woche bzw. ich bleibe dann 5h - und dann gehe ich auch: schließlich muss ich abends dann oftmals doch auch noch etwas für die uni machen... es wäre was
anderes wenn ich parallel keine uni hätte, aber das habe ich und dementsprechend brauche ich auch noch Zeit neben dem Praktikum. Wahrscheinlich gefällt das den Chefen gar nicht und macht mir
jegliche Chance kaputt, dort danach eine Volo oder einen Job zu bekommen - aber es geht halt nicht anders...
:
Unsicherheitsphasen. Nach dem Abi, am Ende des Studiums, vor dem ersten richtigen Job, am Anfang des Berufslebens... "Zwischen den Zeiten"
Und genau an diesem Ort befinde ich mich, nämlich genau zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.