Donnerstag, 20. märz 2008
- veröffentlicht in: Tagebuch

Die Geburtstagsgeschenke für meine Eltern waren gekauft, die Dekosachen auch schon besorgt und ausnahmsweise hatte ich mal ein bisschen Geld über!

Das kommt nicht allzuoft vor, eigentlich nur Weihnachten und nachdem es Weihnachten 2007 anders war musste ich meinen allwinterlichen Friseurbesuch absagen.

Außerhalb jeglicher Tradition bin ich heute zum Friseur,

ganz ohne Weihnachtsgeld und ganz ohne mich von jemandem getrennt zu haben!

 

Letzerem Klischee entsprach ich bislang immer ganz gerne.

Obwohl es total unlogisch ist, wollte ich mir nach wirklich schief gegangenen Beziehungen die "Vergangenheit" weg schneiden - unlogisch, weil ich ja dann an den Haarwurzeln wegschneiden lassen müsste und nicht von den Spitzen aufwärts... Aber wen interessiert schon Logik ;)

EIner Veränderung bedürfte ich auch jetzt. Ich habe vor mein Leben umzustrukturieren und da ist eine neue Frisur doch auch mal ein Anfang...

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Mittwoch, 19. märz 2008
- veröffentlicht in: Tagebuch
Ok also ähm
2 1/2 Jahre Unsicherheit...

HPV16 ... die Impfung gab es noch nicht als ich damals gerade nicht wusste, ob ich schwanger bin(ich war es zum Glück nicht wie sich später herausstellte), mich meine "große Liebe" verließ, die mich wie sich offenbarte über Monate belogen und betrogen hatte, und ich erstmalig durch den Abstrich erfuhr, dass sich meine Zellen verändert hatten.
3d
Nicht gut, aber noch nicht extrem schlimm. Das kann sich noch bessern. Der Körper muss das mit sich selbst ausmachen, hiess es damals. Irgendwo habe ich gelesen, dass es zwar medizinisch nicht anerkannt ist, aber es doch auch von der psychischen Verfassung abhängen kann, ob der Körper es packt.
Nunja... ich hatte einen Nervenzusammenbruch damals... mir ging es nicht gut... und nichts hat sich gebessert.
Alle 3 Monate ein neuer Abstrich - alle 3 Monate wieder 3d. Im Dezember die Entscheidung - über zwei Jahre warten, über zwei Jahre das gleiche Ergebnis... eine Absicherung über eine Konisation wäre besser. Ich war der Meinung, die Frauenärztin auch, während der Arzt der meine Abstriche im Labor begutachtete, erst noch meinte, dass man in meinem Alter noch länger warten könne.
(Sofort operiert man wohl eine Stufe später bei 4a - 4b ist Krebs. )
Nunja... irgendwie hatte ich damit gerechnet, dass wieder 3d festgestellt wird, das belastete Gewebe aber entfernt wird und ich danach endlich meine Ruhe habe.
"immer aufs Beste hoffen und das Schlimmste erwarten"
Auch mit dem "worst case" Gedanken hatte ich mich auseinander gesetzt. Krebs, Entfernung der Gebärmutter, usw. Aber diese Gedanken habe ich meistens verdrängt, wenngleich sie immer präsent waren und ich 2 1/2 Jahre voller Höhen und Tiefs hatte.

Heute das Ergebnis. Das Fax kam erst als ich schon bei meiner Ärztin im Behandlungszimmer saß. Sie las sich die 2 Seiten durch und schaute so... ich konnte es nicht definieren wie sie schaute... Auf jeden Fall nicht erfreut.
Schweigen.
4a
Schweigen.
Sie war selbst ein wenig irritiert und erklärte mir dann, was das im Speziellen bedeutet oder bedeutet hatte...

Das hatte sie nicht erwartet und ich auch nicht.

Irgendwie froh und doch auch geschockt ging ich nachdem einige Fragen geklärt worden waren. "Und sie wissen ja, die nächsten Wochen nicht baden und keinen Sex!" Wir lachen uns an. "Ja, ich muss es halt sagen!" entschuldigt sie sich, nachdem ich ihr beim letzten Besuch vor der OP bei diesen Aussagen einen ironischen Kommentar geschenkt hatte - Keine Badewanne und seit Monaten keinen Freund und keinen Sex - da würde ich das sicher auch noch ein paar weitere Wochen aushalten...

Ich rief meine Eltern und meine Schwester an, um ihnen die Ergebnisse mitzuteilen. Realisiert habe ich das Ganze noch nicht wirklich. Ich fuhr nach hause und  stand neben mir. Irgendwie wird mir erst so langsam bewußt wie haarscharf ich am Krebs vorbeigeschrammt bin, wieviel Glück ich hatte, dass wir die OP doch jetzt gemacht haben, weil alles belastete Gewebe entfernt wurde, wie wenig wirklich zum "worst case" gefehlt hätte...

Im April mit dem Beginn meines Praktikums höre ich mit dem Rauchen auf.

 
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Sonntag, 16. märz 2008
- veröffentlicht in: Tagebuch
Kennt ihr diese Bildeinstellung aus Filmen, wenn die Kamera die Perspektive des auf dem Bett Liegenden einnimmt, der durch den Krankenhausflur geschoben wird? Verschwommene  Halogenlichter folgen eins aufs andere und unerkennbare Gesichter beugen sich über das Bett und sprechen mit einem.
Das durfte ich letzte Woche erleben.
Alles vage und verschwommen - nicht wegen der Nakose, sondern weil ich meine Brille zurücklassen musste.


2 1/2 Jahre warten... warten auf ein besseres Ergebnis.
2 1/2 Jahre Unsicherheit.

Ich habe gewartet, in der Hoffnung meine Werte werden besser.

Die "Was wäre wenn"-Fragen haben mich kirre gemacht.
Was wenn es schlechter wird? Wenn ich Krebs bekomme, weil ich zu lange gewartet habe? Was wenn bei der OP zuviel weggenommen werden muss? Was wenn der "worst case" eintritt. wenn ich meine Gebärmutter verliere? Und selbst wenn alles gut ausgeht, wie schwierig kann eine Schwangerschaft nach der OP werden? Fände ich einen Mann fürs Leben, wenn ich keine Kinder bekommen könnte?

Zum Teil einfach dumme Fragen. Aber man stellt sie sich. Man stellt sie sich auch noch während man halb blind in den OP geschoben wird und den sterilen Krankenhausduft einatmet. Aber in 2 1/2 Jahren wird man gelassener. Man gewöhnt sich an alles und findet positive Aspekte. Die Momente der wahnsinnig machender Zukunftangst was Familienplanung angeht werden seltener. Hatte man die OP einst auf die lange Bank geschoben, um eine nicht eintretende Besserung abzuwarten, freut man sich nun, dass es endlich soweit ist, man endlich Antworten bekommt.

Egal wie es ausgeht, egal was kommt: Man weiss endlich bescheid und das Warten und die Fragen haben endlich ein Ende.
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Profil

  • : Lilitha
  • lilitha
  • : weiblich
  • : 14.11.1981

Über diesen Blog

  • : 8.03.2008
  • : Blog von Lilitha
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  • : tagebuch
  • : Unsicherheitsphasen. Nach dem Abi, am Ende des Studiums, vor dem ersten richtigen Job, am Anfang des Berufslebens... "Zwischen den Zeiten" Und genau an diesem Ort befinde ich mich, nämlich genau zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
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