Ok also ähm
2 1/2 Jahre Unsicherheit...
HPV16 ... die Impfung gab es noch nicht als ich damals gerade nicht wusste, ob ich schwanger bin(ich war es zum Glück nicht wie sich später herausstellte), mich meine "große Liebe" verließ, die
mich wie sich offenbarte über Monate belogen und betrogen hatte, und ich erstmalig durch den Abstrich erfuhr, dass sich meine Zellen verändert hatten.
3d
Nicht gut, aber noch nicht extrem schlimm. Das kann sich noch bessern. Der Körper muss das mit sich selbst ausmachen, hiess es damals. Irgendwo habe ich gelesen, dass es zwar medizinisch nicht
anerkannt ist, aber es doch auch von der psychischen Verfassung abhängen kann, ob der Körper es packt.
Nunja... ich hatte einen Nervenzusammenbruch damals... mir ging es nicht gut... und nichts hat sich gebessert.
Alle 3 Monate ein neuer Abstrich - alle 3 Monate wieder 3d. Im Dezember die Entscheidung - über zwei Jahre warten, über zwei Jahre das gleiche Ergebnis... eine Absicherung über eine Konisation wäre
besser. Ich war der Meinung, die Frauenärztin auch, während der Arzt der meine Abstriche im Labor begutachtete, erst noch meinte, dass man in meinem Alter noch länger warten könne.
(Sofort operiert man wohl eine Stufe später bei 4a - 4b ist Krebs. )
Nunja... irgendwie hatte ich damit gerechnet, dass wieder 3d festgestellt wird, das belastete Gewebe aber entfernt wird und ich danach endlich meine Ruhe habe.
"immer aufs Beste hoffen und das Schlimmste erwarten"
Auch mit dem "worst case" Gedanken hatte ich mich auseinander gesetzt. Krebs, Entfernung der Gebärmutter, usw. Aber diese Gedanken habe ich meistens verdrängt, wenngleich sie immer präsent waren
und ich 2 1/2 Jahre voller Höhen und Tiefs hatte.
Heute das Ergebnis. Das Fax kam erst als ich schon bei meiner Ärztin im Behandlungszimmer saß. Sie las sich die 2 Seiten durch und schaute so... ich konnte es nicht definieren wie sie schaute...
Auf jeden Fall nicht erfreut.
Schweigen.
4a
Schweigen.
Sie war selbst ein wenig irritiert und erklärte mir dann, was das im Speziellen bedeutet oder bedeutet hatte...
Das hatte sie nicht erwartet und ich auch nicht.
Irgendwie froh und doch auch geschockt ging ich nachdem einige Fragen geklärt worden waren. "Und sie wissen ja, die nächsten Wochen nicht baden und keinen Sex!" Wir lachen uns an. "Ja, ich muss es
halt sagen!" entschuldigt sie sich, nachdem ich ihr beim letzten Besuch vor der OP bei diesen Aussagen einen ironischen Kommentar geschenkt hatte - Keine Badewanne und seit Monaten keinen Freund
und keinen Sex - da würde ich das sicher auch noch ein paar weitere Wochen aushalten...
Ich rief meine Eltern und meine Schwester an, um ihnen die Ergebnisse mitzuteilen. Realisiert habe ich das Ganze noch nicht wirklich. Ich fuhr nach hause und stand neben mir. Irgendwie wird
mir erst so langsam bewußt wie haarscharf ich am Krebs vorbeigeschrammt bin, wieviel Glück ich hatte, dass wir die OP doch jetzt gemacht haben, weil alles belastete Gewebe entfernt wurde, wie wenig
wirklich zum "worst case" gefehlt hätte...
Im April mit dem Beginn meines Praktikums höre ich mit dem Rauchen auf.